Stipendien: Nicht nur was für Streber mit glattem Notendurchschnitt!

Stipendien: Nicht nur was für Streber mit glattem Notendurchschnitt!



Prinzipiell werden Stipendien hierzulande gern mit überaus begabten Studenten und einem herausragenden Notendurchschnitt assoziiert. Aber wer denkt, dass nur der Einser-Streber in der ersten Reihe die Chance auf eine der heißbegehrten Finanzspritzen hat, der irrt. Es gibt unterschiedliche Formen an Stipendien und völlig unterschiedliche Anforderungen an die Antragsteller. Wir geben dir einen Einblick in den Stipendien-Dschungel!

 

Back to basics: Was ist ein Stipendium?

Stipendien

Motiviert, intelligent und der Traum von einem Studium. Auf der ganzen Welt gibt es Millionen Menschen, die vor lauter Lernbereitschaft nur so strotzen und beim Gedanken an die Uni ungeduldig mit den Hufen scharren. Leider ist Bildung aber auch heute in vielen Fällen noch ein Privileg. Nicht jeder kann es sich leisten, ein Studentenleben in einer neuen Stadt anzufangen und alleine die Lebenskosten zu tragen. Viele junge Menschen mit großem Potenzial schrecken aus finanziellen Gründen vor ihrem Studium zurück. Ein großer Verlust für unsere Wirtschaft, Forschung und natürlich sie selbst. 

Deshalb werden vom Staat und anderen Institutionen wie Hochschulen, Stiftungen aber auch Privatpersonen eine Vielzahl an Stipendien zur Verfügung gestellt. Und nicht für alle musst du der nächste Albert Einstein sein. Die Kriterien legt die betroffene Vergabestelle fest. 

 

 

Welche Arten von Stipendien gibt es?

Leistungs- und Förderstipendien.

Stipendien

Das Leistungsstipendium ist jene Variante, an die alle im ersten Moment denken. Die Hauptkriterien sind der Notendurchschnitt und andere außerordentliche Leistungen. In den meisten Fällen wird es für das vorhergehende Studienjahr vergeben. Die Einreichfrist beschränkt sich auf 2 -4 Wochen und die Höhe hängt von der betroffenen Vergabestelle ab. Teilweise werden deine Studiengebühren übernommen oder du erhältst einen festgelegten Geldbetrag überwiesen. Sehr selten dürfen sich Studenten sogar über die Vollfinanzierung ihres Studiums und bis zu 1.500€/Monat freuen. Ein Leistungsstipendium kannst du an deiner Hochschule beantragen. 

Anders sieht es da schon im Bereich des Förderstipendiums aus. Dieses soll jenen Studenten unter die Arme greifen, deren Recherche für die Abschlussarbeit mit Kosten verbunden ist. Musst du beispielsweise zu Forschungszwecken in ein anderes Land, kannst du ein Förderstipendium beantragen und die Reisekosten werden bei einem erfolgreichen Antrag übernommen. Voraussetzung: Deine Arbeit wird als förderungswürdig eingestuft. Die Geldmittel werden vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft & Forschung zur Verfügung gestellt. Ein Förderstipendium kannst du über die Plattform grants.at finden & anfordern oder du wendest dich direkt an das betreffende Bundesministerium.

 

Staatliches Stipendium/Selbsterhalterstipendium.

Stipendien

Prinzipiell ist das sogenannte Selbsterhalterstipendium eine besondere Form der Studienbeihilfe. Die Voraussetzungen für den Erhalt des Stipendiums lauten:

  • Du hast vor Studienbeginn bereits mind. 4 Jahre gearbeitet also dich “selbst erhalten”.
  • Deine eigenen Einkünfte haben mind. 8.580€ (minus Sozialversicherung) brutto jährlich erzielt.
  • Du bist nicht älter als 29 Jahre (die Altersgrenze erhöht sich auf maximal 34 Jahre, wenn du dich länger als 4 Jahre selbst erhalten hast)

Die finanzielle Lage deiner Eltern spielt keine Rolle. Allerdings musst du für einen Antrag einen entsprechenden Studienerfolg nachweisen können. Maximal kannst du mit einer Unterstützung von 801€/Monat rechnen, solltest du mit Kind studieren, erhöht sich der Betrag um max. 112€/Monat.

Wichtig: Um das Stipendium zu erhalten, darfst du die Zuverdienstgrenze von 10.000€/Jahr nicht überschreiten!

Selbsterhalterstipendium beantragen.

 

 

Studienabschluss-Stipendium.

Stipendien

Mach es endlich fertig! Ein Studienabschluss-Stipendium hat den Zweck, dass du dich voll und ganz darauf konzentrieren kannst, deine Ausbildung abzuschließen. Wichtigste Voraussetzung: Du warst die letzten vier Jahren mindestens drei Jahre lang halbbeschäftigt. Außerdem darfst du bei der Zuerkennung des Stipendiums nicht älter als 41 Jahre alt sein. Weiters gelten folgende Bedingungen:

  • Innerhalb der nächsten 18 Monate wirst du dein Studium abschließen – du befindest dich also in der Schlussphase.
  • Dein betriebenes Studium ist ein ordentliches Studium.
  • Du hast noch kein anderes Studium oder eine andere gleichwertige Ausbildung abgeschlossen.
  • In den letzten 4 Jahren hast du keine Studienbeihilfe bezogen.
  • Du bist österreichischer Staatsbürger oder gleichgestellter Ausländer.

Anmerkung: Doktoratsstudien sind vom Studienabschluss-Stipendium ausgeschlossen.

Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt von deiner vorangegangenen Tätigkeit & dem Beschäftigungsausmaß ab. Je nachdem kann sie sich zwischen 1.200€/Monat und 725€/Monat einpendeln. Solltest du Arbeitslosengeld oder Karenzgeld beziehen, verringert sich die Höhe des Stipendiums. Die Familienbeihilfe ist allerdings von der Regelung ausgenommen.

Studienabschluss-Stipendium beantragen.

 

Probieren geht über studieren.

Stipendien

Summa summarum spielt eine gute Leistung zwar im Bereich der Stipendien oft eine Rolle, sie ist aber nicht das einzige Kriterium. Zahlreiche Unternehmen, Stiftungen und auch Privatpersonen haben großes Interesse daran, junge Menschen zu fördern. Dementsprechend herrscht eine große Auswahl am Stipendien-Markt. Also schlag dir den Gedanken nicht gleich aus dem Kopf, bloß weil du nicht immer mit einer hervorragenden Leistung glänzen kannst. Auf grants.at, Österreichs größter Online-Datenbank für Stipendien & Forschungsförderung, kannst du ganz einfach ein paar Parameter eingeben und schon bekommst du passende Stipendien vorgeschlagen. Und es gilt: Give it a try! Du hast schließlich nichts zu verlieren.

Wir hoffen, wir konnten etwas Licht in das Stipendien-Chaos bringen. Für noch mehr Tipps in Geldangelegenheiten lies unseren Artikel Beihilfen & finanzielle Unterstützung für Studierende.