Interview alexandria magazin: So gelingt die Magazingründung!

Interview alexandria magazin: So gelingt die Magazingründung!



Du spielst mit dem Gedanken, dich journalistisch zu betätigen oder sogar eine eigene Publikation ins Leben zu rufen? Das Team des jungen Wissenschaftsmagazins alexandria, dessen erste Ausgabe gerade erschienen ist, hat genau das getan und sich an ein eigenes Print- und Online-Magazin herangewagt. Wir haben dem Redaktionsteam einige Fragen zukommen lassen, um Einblicke in die Entstehungsgeschichte und Arbeit des neuen Magazins zu erhalten.

alexandria magazin: Von der Idee zur fertigen Publikation

alexandria magazin

First things first: Wie kamt ihr auf die Idee ein eigenes Magazin zu gründen und warum liegt der Fokus auf wissenschaftlichen Themen?

Unsere Redaktion kommt aus verschiedenen Gebieten der Wissenschaft. Was uns vereint, ist ein Interesse daran, wie Wissenschaft generell arbeitet. Was macht ein gutes Argument aus? Wie arbeiten Wissenschaftler:innen? Außerdem interessierten wir uns für alle Disziplinen der Wissenschaft und wollen wissen, wie man in anderen Gebieten arbeitet.

Bei Gesprächen haben wir erkannt, dass es so etwas eigentlich nicht gibt: Ein Magazin, das über die ganze Wissenschaft berichtet, ohne harte Trennung. In der Philosophie neben Biologie, Linguistik neben Chemie stehen kann. Außerdem präsentieren die meisten Magazine nur die Ergebnisse der Forschung – wir würden auch gerne auf die Arbeit dahinter blicken.

So wurde die Idee geboren. Und schnell war auch klar, dass das Ganze toll ausschauen soll. Die meisten Wissenschaftsmagazine schauen nämlich recht langweilig aus.

Stellt euch doch ganz kurz vor: Was hat es mit dem Namen des Magazins auf sich und wer ist bisher eigentlich alles dabei?

Alexandria, ein Ort im heutigen Ägypten, war in der Antike berühmt für seine umfangreiche Bibliothek. Unzählige Schriftrollen wurden damals dort gesammelt und zur Forschung benutzt. Es war also ein großer Wissensspeicher. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Bibliothek zerstört, doch ihr Mythos als einer der ersten großen Orte der Wissenschaft ist geblieben.

Wir haben ein sehr vielseitiges Team, was uns besonders wichtig ist, aus ganz verschiedenen Bereichen: Geschichte, Wirtschaftspsychologie, Molekularbiologie, auch Leute mit Erfahrung im Journalismus und Medienbereich. Ein paar von uns studieren noch, ein paar haben bereits abgeschlossen.

Wir sind auch immer auf der Suche nach neuen, interessierten Mitarbeiter:innen – wer Interesse hat, kann uns gerne über kontakt@alexandria-magazin.at kontaktieren!

Könnt ihr für unsere Leser eure Herangehensweise und die Abläufe der Magazingründung etwas näher beschreiben?

Zunächst geht es natürlich um ganz grundsätzliche Fragen: Wie soll das Magazin heißen? Was genau wollen wir machen? Was ist unsere Blattlinie? Wer übernimmt welche Aufgaben? Es lohnt sich, in diese Fragen viel Zeit zu investieren und sich das Konzept gut zu überlegen. Wenn man dann nach außen geht, sollte man in wenigen Sätzen die Idee umreißen können.

Die nächste große Frage ist natürlich: Was für ein Produkt wollen wir genau machen? In unserem Fall war schnell klar, dass wir nicht nur online sein wollen, sondern auch ein Magazin drucken möchten. Weitere Fragen, die man sich stellen sollte, sind zum Beispiel: Soll es auch einen Podcast geben? Möchten wir auch Videos produzieren? Auf welchen sozialen Netzwerken wollen wir vertreten sein?

Zuletzt kommen dann die ganz pragmatisch-wirtschaftlichen Fragen: Wie könnten wir Geld einnehmen? Was sind unsere Verkaufsargumente? Wie setzen wir uns von der Konkurrenz ab? Solche Fragen sind auch für alle Förderungen und mögliche Kooperationspartner wichtig.

Was habt ihr bei dem Prozess gelernt? Was hat gut geklappt und wo gab es Stolperfallen? Was würdet ihr aus euren Erfahrungen anderen jungen Akademikern, die ein Magazin o.ä. starten wollen, raten?

Die meisten von uns haben zwar einen ordentlichen wissenschaftlichen Background, aber wenig wirtschaftliche Erfahrung. Das war am Anfang sicher das Schwierigste: Businesspläne erstellen. Wenn man sich für Förderungen bewirbt, soll man manchmal den Plan für die nächsten fünf Jahre angeben können. Das hat wenig mit der Realität zu tun, aber auf das muss man sich einstellen.

Was wir raten würden: Euch muss die Sache wirklich am Herzen liegen. Seid bereit, viel Arbeit und Zeit reinzustecken, und rechnet nicht mit einem baldigen finanziellen Erfolg. Was ihr allerdings bekommt, sind großartige Erfahrungen und viele interessante Begegnungen. Man lernt sehr viel!

Wie kann man bei euch im Magazin publizieren und nach welchen Kriterien sucht ihr Beiträge aus?

Am besten schickt man uns einfach eine Mail an redaktion@alexandria-magazin.at. Dort könnt ihr Beiträge einreichen und uns auch gerne Fragen zum Projekt stellen.

Unsere genauen Kriterien könnt ihr auf unserer Website alexandria-magazin.at einsehen. Prinzipiell muss die Arbeit den Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens entsprechen.

Könnt ihr allen Schreibinteressierten da draußen ein paar heiße Tipps geben, wie man einen knackigen und zugleich wissenschaftlich fundierten Artikel verfasst?

Das ist wohl die Königsdisziplin: So einfach wie möglich, so kompliziert wie nötig. Man muss sich bei jedem Fachwort fragen: Brauche ich das wirklich? Wenn ja, kann ich es in einem Nebensatz gut erklären?

Ein anderer sehr wichtiger Punkt: Macht euch eine gute Struktur. Welches Problem behandelt euer Text? Welche Methodik benutzt ihr, um es zu lösen? Welche Ergebnisse und Argumente könnt ihr liefern? Und was für eine Schlussfolgerung zieht ihr daraus? So wird es für Leser:innen leichter nachvollziehbar.

Angenommen, ihr habt drei Wünsche frei, die euch eine gute Fee erfüllt: Was würdet ihr euch für alexandria langfristig erhoffen?

Unser größtes (und idealistisches) Ziel ist es, den Leuten zu zeigen, wie Wissenschaft funktioniert und warum sie so wichtig ist. Wir möchten nicht nur wichtige Ergebnisse präsentieren, sondern auch erklären, wie sie zustande gekommen sind und die Prozesse dahinter beleuchten. Damit Leser:innen wissenschaftliches Denken auch in ihren Alltag mitnehmen können.

Um das zu erreichen und um langfristig arbeiten zu können, müssen wir es aber natürlich schaffen, das Magazin auf solide wirtschaftliche Beine zu stellen. Das wäre der zweite Wunsch. Und der dritte: Schaut auf unserer Website vorbei und lest in unser Magazin rein!

Die erste Ausgabe von alexandria, “Das erste Mal”, ist online unter alexandria-magazin.at und überall, wo es Zeitschriften gibt, erhältlich!

Du möchtest noch mehr Lese-Inspiration? Dann wirf doch mal einen Blick in unseren Beitrag zu den besten Studentenabos.