Mein erstes Semester als Studentin der Germanistik & Rechtswissenschaften: Ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Mein erstes Semester als Studentin der Germanistik & Rechtswissenschaften: Ein persönlicher Erfahrungsbericht.



Ich heiße Lea Hauer, bin 22 Jahre alt und studiere an der Universität Wien Germanistik und Rechtswissenschaften. Dieser Blogartikel soll eine kleine Motivation für alle sein, die sich mit ihren zwei Studien oft heillos überfordert fühlen  und sich manchmal fragen, warum der Tag nicht 48 Stunden hat. Hier erfährst du leider nicht, wie ich möglichst zeiteffizient und konzentriert arbeite, um meine zwei Studien in Mindeststudienzeit erfolgreich abzuschließen. Aber ich versuche dir ein paar Tipps zu geben, wie du dein Semester stressfreier gestaltest und bei Prüfungen einen kühlen Kopf bewahrst.

 

Mein Leben als Studentin der Rechtswissenschaften & Germanistik.

Germanistik

Ich habe im Sommersemester 2018 an der Uni Wien zu studieren begonnen und da ich mich immer schon für Literatur und Sprache interessiert habe, war der Weg in das Studium der Germanistik recht vorhersehbar. Etwas unkonventioneller hat mein Jus-Studium begonnen. Verwirrt von der Größe und den endlos erscheinenden Gängen der Uni Wien, habe ich mich verlaufen und bin in einer Einführungslehrveranstaltung für Studierende der Rechtswissenschaften gelandet. Nach einigen Minuten des Zuhörens war ich so gebannt, dass ich nach dem Ende der Vorlesung erneut zur Einschreibung ging, um mich für meinen zweiten Studiengang einzuschreiben. Fest davon überzeugt, nun als schreibende Rechtswissenschaftlerin der neue, weibliche John Grisham zu werden, machte ich mich gutgelaunt auf den Heimweg.

 

 

Zwischen Paragrafen und Goethe.

Germanistik

Meine damalige Euphorie hielt nicht sehr lange an. Genauer gesagt verschwand sie in dem Moment, als ich meinen Stundenplan in der Studo App ansah. Viele Überschneidungen, wenig Freizeit und sehr viel Stress blickten mir entgegen, dabei war ich bei der Koordination sehr präzise vorgegangen. Die folgenden Wochen waren zunächst mal der blanke Horror für mich, ich versuchte von Vorlesung zu Übung zu laufen, wurde dabei einmal fast von einem Auto angefahren und konnte mir den durchgemachten Stoff keine Minute im Kopf behalten. Zur gleichen Zeit hörte ich meine Kommilitonen über ihr “Nacharbeiten der Vorlesung” sprechen und konnte nur bitter lächeln. So schrecklich das erste halbe Jahr auch war, so nützlich war es für mich und ich würde das, was ich mitgenommen habe, gerne mit dir teilen.

 

 

Zwei Faustregeln für mehr Durchblick.

Germanistik

  • Organisiere dir eine Lerngruppe! Man fühlt sich mit seinem “Work-Overload” gerne mal allein und versinkt in Selbstmitleid. Doch es gibt viele Studenten, die zwei Studien oder einen Job nebenaneinander balancieren und dasselbe Problem haben wie du. Außerdem sehen viele Augen immer mehr und gemeinsam lässt sich der Stoff der Lehrveranstaltung besser wiederholen und zusammenfassen.
  • Wer etwas Großes will, der muss sich zu beschränken wissen, wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts. Was wäre ich denn für eine Germanistikstudentin, wenn ich nicht ein Zitat eines großen Dichters (Georg Friedrich Wilhelm Hegel) in meinen Text einbauen würde? Und so schmalzig es auch klingen mag, so viel Wahrheit steckt dahinter. Manchmal denkst du, deine Freunde haben bessere Noten und kommen schneller mit ihrem Studium voran? Deshalb versuchst du, den Rückstand aufzuholen, in der nächsten Prüfungswoche doppelt so viele Prüfungen wie sonst zu absolvieren – und scheiterst bei jeder kläglich. Und so beginnt der Teufelskreis von vorne. Genauso ist es mir selbst oft genug ergangen und deshalb kann ich dir sagen: Oft ist weniger mehr. Versuch dir deine Prüfungstermine auf das gesamte Semester aufzuteilen und sprich mit den Leitern der Lehrveranstaltungen über einen Alternativtermin. Viele Professoren sind da kulanter als man denkt, vor allem, wenn man das Doppelstudium erwähnt.

 

Noch ein letzter Tipp: Lass dich nicht komplett von der Uni einnehmen! Unternimm auch mal was mit deinen Mitstudenten und lerne deine Stadt kennen. Besuche die zahlreichen Hotspots, die Wien zu bieten hat und genieße deine Freizeit. Denn du lernst nicht nur fürs Studium der Germanistik & Rechtswissenschaften, sondern auch fürs Leben!

Dieser Artikel erschien im Zuge unserer Reihe “Mein erstes Semester”. Du möchtest auch deine Erfahrungen teilen? Dann werde GastautorIn bei iamstudent!