Mein erstes Semester als Studentin der Rechtswissenschaften am Juridicum in Wien.

Mein erstes Semester als Studentin der Rechtswissenschaften am Juridicum in Wien.



Es ist wohl immer und immer wieder dieselbe Floskel, die Jus-Studenten zu hören bekommen: „Du studierst Jura? Ist das nicht sehr trocken?” Doch die einzig wahre Antwort auf diese Frage ist, dass Jus eigentlich alles andere als trocken ist. Wohl eher stürzen die Rechtswissenschaften wie eine Flutwelle über dich hinein, während du noch nicht einmal weißt, wie du schwimmst.

Ich, Antonia, studiere seit Oktober 2018 am Juridicum – dem Gebäude mit dem wohl hässlichsten Boden ganz Wiens – Rechtswissenschaften. Demnach befinde ich mich gerade im dritten Semester, mein erstes Semester ist also noch nicht ganz so lange her, und im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen, die ich als Ersti gemacht habe, mit dir teilen.

 

Mein Studium der Rechtswissenschaften: First things first.

Rechtswissenschaften

Beginnen wir bei meinem ersten Tag als Studentin der Rechtswissenschaften. Perfektionistisch und durchgeplant wie ich bin, war ich natürlich 30 Minuten vor der allerersten Vorlesung meines Lebens auf der Hauptuni, um mir einen guten Platz im Audimax zu sichern. Tja, falsch gedacht. Obwohl eine halbe Stunde früher da, war alles gesteckt voll. Glücklicherweise hatte ich im Sommer eine Bekanntschaft gemacht, mit der ich mich verabredet hatte, um gemeinsam die erste Vorlesung zu besuchen. So stand ich also nicht ganz allein da. Dank der großen Anzahl motivierter Erstsemestriger, mussten meine Bekanntschaft und ich uns mit einem Platz im Saal nebenan und dem damit verbundenen Live-Stream der Einführungsveranstaltung begnügen. Kaum gestartet, schon erste Verbindungsprobleme. Ganz toll. In dem Moment beugte sich meine Bekanntschaft zu mir herüber und fragte, ob ich mich denn schon in die Skripten der Einführungsveranstaltung eingelesen hätte. Natürlich hatte ich das nicht. Daraufhin entgegnete sie mit Stirnrunzeln, dass sie schon alle Skripten durchgearbeitet und markiert hätte. Long story short: Ich sah sie nie wieder. So gut hatten wir uns sowieso nie verstanden.

Dazu gleich mein erster Tipp: Umgib dich nicht mit Leuten, die andauernd versuchen, einen Konkurrenzkampf mit dir zu führen. Auf lange Sicht wird das wirklich anstrengend. Es ist gut, wenn du zielstrebig und motiviert bist, aber fühl dich keinesfalls schlecht, wenn du vielleicht ein bisschen hinten nach bist. Jeder von uns hat sein eigenes Tempo.

 

 

Was sein muss, muss sein: Pünktlichkeit und Disziplin.

Rechtswissenschaften

Neuer Tag neues Glück: Mein erster Besuch bei einer Übung. Diesmal hatte ich aus meinen Fehlern gelernt und war 45 Minuten früher da und siehe da: Ich bekam einen super Sitzplatz! Sei also immer früh genug bei deinen Lehrveranstaltungen, um nicht auf dem Boden sitzen zu müssen. Natürlich wird dem nicht immer so sein, nach einigen Wochen wird sich der Massenansturm legen. Die anfängliche Idee des laufenden Nacharbeitens der Übung und der Vorlesung trug leider wenig Früchte. Demzufolge kassierte ich ein “Nicht genügend” auf die erste Klausur. Das bedeutete, dass ich bei der zweiten Klausur ziemlich gut abschneiden musste, was mich enorm stresste.

Mein Tipp an dich, um dir den Stress, mit welchem ich konfrontiert wurde, zu ersparen: Sei von Anfang an nicht faul! Viele Studenten unterschätzen die Stoffmenge. Und auch wenn es dich nicht freut, sämtlichen Stoff vor- bzw. nachzuarbeiten, weil die Klausur gefühlt noch mehrere Lichtjahre entfernt ist – tu es trotzdem. Such dir ein konzentriertes und für dich passendes Lernumfeld, setz dich hin und leg einfach los, ohne groß darüber nachzudenken, wie wenig Lust du eigentlich hast.

 

Das Internet, dein Freund und Helfer.

Rechtswissenschaften

Passend zum Thema der Organisation, möchte ich dir die Homepage der Studienvertretung des Juridicums ans Herz legen. Auf der Seite der AG Jus sind nicht nur alte Prüfungsangaben zu schriftlichen Modulprüfungen und prüferspezifische Fragenkataloge für die mündlichen Prüfungen zu finden, sondern auch Themen wie “Wahlfachkörbe” und “Prüfungsanmeldung” werden detailreich behandelt. Zudem kannst du auf der Website der AG nachschauen, bei welchem Prüfer deine mündlichen Modulprüfung stattfindet.

 

 

Um langsam zu einem Ende zu kommen noch ein kleines Fazit zu meinem ersten Semester als Studentin der Rechtswissenschaften: Studieren, besonders Jus, ist stressig, nervenaufreibend und es gibt immer wieder Rückschläge, die es zu verkraften gilt. Aber all das ist es wert. Ich, für meinen Fall, habe das Studium meiner Träume gefunden und kann es kaum erwarten, eines Tages als Anwältin oder in einem anderen juristischen Beruf meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Bleib immer du selbst und mute dir nicht mehr zu, als du wirklich schaffen kannst. Das mag hart klingen, aber selbst, wenn man nur kleine Schritte macht, kommt man seinem Ziel immer näher. Es versteht sich von selbst, dass jeder gerne sein Studium in der Mindeststudienzeit von vier Jahren abschließen möchte. Doch im Endeffekt tut die Dauer deines Studiums nichts zur Sache und sagt weder etwas über nicht, deinen Fleiß oder deine Intelligenz aus! Noch mehr Einblicke in mein Leben als Studentin der Rechtswissenschaften, findest du auf meinem Instragram-Account jusuccess.

Dieser Artikel erschien im Zuge unserer Reihe “Mein erstes Semester”. Du möchtest auch deine Erfahrungen teilen? Dann werde GastautorIn bei iamstudent!